Glas und Porzellanmalerei

Glas- und Porzellanmalerei Renate Müller

Adresse:

Spreehammer Nr. 4 
02923 Uhsmannsdorf 

Telefon:

+49(35892)5462

Telefax:

+49(35892)3015

E-Mail:

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Internet:

www.glasmalerei-mueller.de

Beschreibung:

Handwerk erleben: Glas- und Porzellanmaler
In der Schauwerkstatt können Sie der Glas- und Porzellanmalermeisterin direkt über die Schulter schauen und das Entstehen der kleinen Kunstwerke verfolgen. Im Verkaufsraum finden Sie eine ständige große Ausstellung von
Glasprodukten und Sonderanfertigungen, die auch sofort
erworben werden können.
Besuchen Sie uns - auch als Gruppe. Eine überdachte Sitzgelegenheit für ca. 14 Personen
sowie Fahrradständer sind vorhanden.

Mo 10-19 Uhr oder telefonische Voranmeldung

 

nachfolgend ein alter Zeitungsbericht:

Sächsische Zeitung
Mittwoch, 28. Juni 2006

Drachen, Rosen, Hirsche und alles aus dem Handgelenk
Von Achim Bergmann

Es gibt Berufe, die kaum noch einer kennt. Heute:

Die Glasmalerin Renate Müller in Uhsmannsdorf.

Das große Schild an der Straße von Uhsmannsdorf nach Trebus ist nicht zu übersehen. Ein blauer Kelch, die Buchstaben R und M, daneben ein feiner Pinsel. Ein Pfeil zeigt nach rechts, zum Waldrand, nach Spreehammer 4: Hier wohnt Renate Müller, die Glasmalerin.

Die Werkstatt im Erdgeschoss ist dank zwei übergroßer Fensterbögen und der weißen Holzregale sehr hell. „Das ist ganz wichtig beim Glasmalen“, sagt Renate Müller. Auf dem Arbeitstisch stehen mehrere hohe Kristallgläser und ein Topf voller Pinsel. „Ganz fein aus Fehhaar sind die“, sagt Renate Müller und erklärt: „So eine Art sibirisches Eichhörnchen ist das.“ Neben genügend Licht und passendem Werkzeug brauche es zum Glasmalen aber vor allem eines: „Es muss alles aus dem Handgelenk kommen“, sagt Müller, setzt sich und nimmt einen der besonders feinen Pinsel.

Renate Müller stammt aus Radebeul, und viel gemalt hat sie schon als kleines Mädchen, nicht nur beim wöchentlichen Üben im „Zeichenzirkel“. „Dann war ich beim Tag der offenen Tür in der Porzellanmanufaktur Meißen“, erinnert sie sich, an ein entscheidendes Erlebnis. Ab da war die Berufswahl schnell getroffen. Nach der Schule fing sie 1973 in der Staatlichen Manufaktur an, Spezialgebiet „Indische Malerei“ - also bunte Fabelwesen, stilisierte Blumen und natürlich unzählige asiatische Drachen. Später kam sie durch ihren Ehemann nach Uhsmannsdorf, arbeitete im Porzellanwerk Weißwasser an der Berliner Straße und im Erlichthof Rietschen. 1990 eröffnete sie ihre eigene Werkstatt in Uhsmannsdorf, 1994 erhielt sie den Meisterbrief. Seitdem malt sie auf Bestellung alles, was sich ihre Kunden wünschen. Sektkelche für die Hochzeit mit Datum auf dem Fuß, Pokale mit Pferden für die Springreiter, Gläser mit einer Lok für die Eisenbahner, Meister Lampe für die Kaninchenzüchter und einen röhrenden Hirsch auf dem Bierkrug der Jagdfreunde. Oft hilft dabei ein Vorlagenbuch, wenn mal was schief geht, ist die Farbe - ein Gemisch aus Lack, Ölen und Terpentin - auch wieder abwischbar. Das Lieblingsmotiv ihrer Kunden ist die Rose, deren Blütenkern in der Fachsprache der Glasmaler „gedreht“ wird. Müller erklärt: „Bei der Porzellanmalerei ruht die Hand auf einem Punkt, damit nichts wackelt, beim Glas aber malt man frei aus dem Handgelenk und dreht die Rose.“ Wackelt nichts und die Meisterin ist zufrieden mit ihrem Werk, stellt sie das Glas in den Ofen und lässt es über Nacht bei rund 500 Grad zweimal brennen. „Die Glasmalerei stirbt aus“, sagt Renate Müller: „In Sachsen werden schon gar keine Glasmaler mehr ausgebildet.“ Diese Entwicklung schmerzt natürlich doppelt in einer Region, die einmal für ihre Glasindustrie berühmt war. Doch der gute Ruf vom „Glas aus der Lausitz“ ist noch da, und Renate Müller ist viel unterwegs, um ihre Produkte auch außerhalb an den Mann zu bringen.


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